Produktkunde
Olivenöl Extra Vergine
Man soll nur gutes Olivenöl benutzen, jaja, schon klar. Aber wie denn, was denn, wo denn? Na: So! Bitte folgen.
Wenige Produkte wecken auf Anhieb so viele gute Assoziationen wie Olivenöl. Schönheitsgeheimnis des Mittelmeers! Abendsonne, Leinenhemd, türkisfarbenes Meer, Zitronen, Freunde, langt Tafeln, Tagesfang des Ortsfischers! Ewiges Leben!
Die Wahrheit ist, wie Wahrheiten so sind, nicht halb so romantisch. Extra vergine oder im deutschsprachigen Raum Natives Olivenöl extra ist leider entgegen aller Behauptungen der Industrie längst kein Qualitätsmerkmal mehr. Fast ausnahmslos jedes Olivenöl im Handel trägt diese Bezeichnung, obwohl selten eines die gesetzlichen Qualitätskriterien dieser Klassifikation einhält. In den Flaschen drin ist nämlich meist nur fehlerhaftes Vergine – falls überhaupt. Die meisten Olivenöle im Supermarktregal sind gepanscht, verdorben oder schlicht ranzig.
Der große Etikettenschwindel: Profite wie aus dem Drogenhandel
In seinem wegweisenden Buch über die Olivenölindustrie wies Tom Mueller nach, dass Etikettenschwindel der Standard ist. Geändert hat sich seither nicht viel.
Die gute Nachricht: Hochwertiges Olivenöl erkennt man leicht am Geschmack
Ein Olivenöl der Spitzenklasse ist mit etwas Erfahrung schon am Geschmack zu erkennen. Man erkennt ein gutes Olivenöl weder an der Flasche, am Etikett oder am Preis, noch am strengsten aller Bio-Siegel.
So verkostet man ein Olivenöl richtig
Man nehme einen Schluck, wende das Öl ein paarmal im Mund, ziehe dazu mehrmals Luft durch die Zähne. Ein richtig gutes Olivenöl riecht bereits überwältigend, bevor es schmeckt.
Pfeffrig, scharf und bitter, grasig, grün und saftig
Polyphenole sind antioxidativ wirkende sekundäre Pflanzenstoffe. Je älter das Öl wird, desto mehr lassen die Schärfe und die frischen, grünen Aromen nach.